Künstliche Fingernägel
Ihren Ursprung hat die Nailart in Amerika. Bereits Anfang der 1930er Jahre erhielt eine Kalifornierin ein Patent für künstliche Fingernägel. Diese wurden einfach auf dem natürlichen Nagel angebracht und konnten bei Bedarf wieder entfernt werden ohne den Naturnagel zu beschädigen. Im Laufe der Jahre wurden von der Kosmetikindustrie immer neue Techniken entwickelt, damit Nageldesigner Fingernägel künstlich verlängern und verstärken können.
Die von Nageldesignern in den USA verwendeten besonders langen Fingernägel finden auch in Europa immer mehr Anhängerinnen. Mit verschiedenen Produkten hat sich die US-amerikanische Kosmetikindustrie auf die Nachfrage nach besonders langen künstlichen Fingernägel eingestellt. Die Modellierung der extremen Fingernägel erfordert spezielle Tips, die in Europa noch nicht überall zu haben sind. Ein Tip ist eine Nagelspitze aus Kunststoff, die mit Klebstoff auf die Spitze des natürlichen Nagels aufgeklebt wird. Diese Art der Verlängerung von Fingernägeln wird der früher von Nageldesignern verwendeten Methode der Schablonentechnik mehr und mehr vorgezogen. Tips sind in den verschiedensten Formen und Größen erhältlich. Der Nagledesigner bekommt sie von ganz flach bis zu sehr stark gebogen. Der Tip sollte immer mit der Form des natürlich gewachsenen Nagels übereinstimmen. Damit das Tragen des künstlichen Fingernagels nicht unangenehm ist, wird dieser von der Nageldesignerin mit größter Sorgfalt ausgesucht. Zuerst wird der Naturnagel mit einer Feile so in Form gebracht, dass der Tip mit der Einkerbung auf der Unterseite mit diesem übereinstimmt.Damit der Tip natürlich wirkt, wird er gefeilt, bis er am Übergang zum Naturnagel durchsichtig wird. Der Fingernagel darf dabei von der Nageldesignerin nicht mitgefeilt werden, er könnte sonst abbrechen. Werden vom Nageldesigner künstliche Fingernägel verwendet, die im Stil der French Maniküre gefertigt sind, müssen diese in Abständen von vier bis sechs Wochen erneuert werden. Das von Nageldesignern angewendete Modellageverfahren künstlicher Fingernägel auf Acrylbasis ist für den Fingernagel besonders schonend. Es handelt sich bei dem Acrylgel um einen Kunststoff, der flexibel und belastbar ist. Bei diesem Verfahren wird der Nageldesigner die Fingernägel zuerst kürzen und feilen und dann mattieren. Die künstlichen Nageltips werden dann vom Nageldesigner in der passenden Form aufgeklebt und gefeilt. Anschließend werden die Gelschichten aufgebaut, die unter einer UV-Lampe aushärten. Die Form künstlicher Fingernägel ist immer abhängig von der Form des Naturnagels. Die Nageldesignerin wird darauf achten, dass die Form der Modellage an beiden Händen und an allen Fingern die gleichen Proportionen erhalten. Basis und Formlinie sollten bei jedem Finger im gleichen Winkel zueinander stehen.
Die von der Nageldesignerin aufgebrachten künstlichen Fingernägel können bei Bedarf auch wieder entfernt werden, was eine Nailart besonders variabel macht. Dazu wird die komplette Modellage der künstlichen Fingernägel von der Nageldesignerin mit Aceton gelockert und anschließend abgelöst. Das Nageldesign von Gelnägeln lässt sich allerdings nicht mit chemischen Mitteln lösen. Dieses muss vorsichtig abgefeilt werden. Soll im Anschluss an die Nagelabnahme keine erneute Modellage eines Nageldesign erfolgen, ist es ratsam eine sorgfältige Maniküre zu machen. Dadurch erholt sich der Naturnagel schneller von den Strapazen und wird gestärkt für ein gesundes Wachstum.


